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Warum Discord keine Gute Wahl ist, und welche Alternativen es gibt

Warum Discord keine Gute Wahl ist, und welche Alternativen es gibt

»Dein Ort zum Reden« – mit diesem Slogan bewirbt Discord seine vielseitige Chat-Applikation. Viele Vorteile und Funktionen, bis hin zu Bots, bietet Discord seinen Benutzern. So kannst du deine eigene Community, in Form eines Servers schnell gründen. Warum Discord aber vielleicht aus Datenschutzgründen keine gute Wahl für dich ist, und welche Alternativen es gibt, klären wir in diesem Artikel.

Die Funktionsweise von Discord

Discord funktioniert sehr einfach: Du erstellst einen Server und kannst beliebige Channels erstellen. Das besondere daran ist, dass du mithilfe der Berechtigungen sehr viel konfigurieren kannst. Es gibt auch die Möglichkeit, mit anderen Usern Privat zu kommunizieren, diese Kommunikation läuft aber ohne jegliche Verschlüsselungen. Discord funktioniert am Ende wie andere Messenger: Du kannst Nachrichten/Beiträge absenden, editieren und so weiter. Bei diesen ganzen Funktionen gibt es allerdings auch Nachteile. Bei einem Blick in die Datenschutzerklärung, wird dies klarer.

Hinweis: Die Datenschutzerklärung von Discord wurde im Februar 2021 abgerufen und wird in diesem Artikel näher erläutert.

Die Datenschutzerklärung angeschaut

Laut der Datenschutzerklärung, die erfreulicherweise auch in Deutsch verfügbar ist, sammelt Discord selbst erst einmal Informationen, die für die Basis notwendig sind. Dazu gehören beispielsweise Account-Informationen (Email-Adresse und Benutzername) und temporäre VoIP-Daten. Dazu schreibt Discord:

Informationen, die Sie bereitstellen: Wir sammeln Informationen von Ihnen, die Sie freiwillig zur Verfügung stellen (z. B. sobald Sie sich für die Dienste registrieren oder bestimmte Dienste nutzen). Zu den von uns gesammelten Informationen gehören unter anderem Benutzername, E-Mail-Adresse und alle Nachrichten, Bilder, temporäre VoIP-Daten (um die Kommunikation zu ermöglichen) und andere Inhalte, die Sie über die Chat-Funktion verschicken.

Was einem direkt ins Auge stoßen sollte ist folgendes:

[…] und alle Nachrichten, Bilder […]

Das bedeutet also, dass Discord alle Nachrichten (auch in den privaten Chats) lesen und auswerten kann. Bevor du also anfängst, intime Nachrichten über Discord auszutauschen, sollte dir das im Kopf bleiben.

Daten, die wir automatisch sammeln: Wenn Sie mit uns über die Dienste kommunizieren, erhalten und speichern wir bestimmte Informationen wie IP-Adresse, Geräte-ID und Ihre Aktivitäten innerhalb der Dienste. Wir sind berechtigt, diese Informationen zu speichern. Die können auch in Datenbanken aufgenommen werden, die im Besitz von Tochtergesellschaften, Agenturen und Dienstleistern sind, und von diesen verwaltet werden. Diese Informationen werden von unseren Diensten verwendet und mit anderen Informationen ergänzt, um unter anderem die Besucherzahl unserer Webseite, die Anzahl der gesendeten Nachrichten sowie die Webseiten, die ihre Besucher auf Discord verweisen, nachzuvollziehen.

Jetzt wird es etwas spezieller: Zu den normalen Account-Informationen gehören natürlich auch sogenannte »Metadaten«. Zu denen gehören IP-Adresse, welches Gerät du nutzt, wann du Discord nutzt, und ähnliches. Diese Informationen werden von Discord gespeichert, und an Drittanbierter (Tochtergesellschaften, Agenturen und Dienstleistern) weitergegeben. Zusätzlich wird unter anderem erfasst und analysiert, wie viele Nachrichten du sendest.

Der Umgang bzw. Austausch von Daten

Ähnlich wie bei Google, Twitter und co. werden die Daten an Drittanbietern geteilt, um ein »besseres Benutzererlebnis« zu bieten. In der Datenschutzerklärung steht:

Gesammelte Informationen: Um unsere Nutzer besser verstehen und unsere Dienste optimieren zu können, untersuchen wir auf der Grundlage der gesammelten Informationen demografische Daten, Interessen und Verhaltensweisen unserer Nutzer. Diese Ergebnisse können zusammengestellt und analysiert werden. Wir können diese gesammelten Daten mit unseren Tochtergesellschaften, Agenturen und Geschäftspartnern teilen. Wir können auch gesammelte Benutzerstatistiken offenlegen, um unsere Dienstleistungen aktuellen und potenziellen Geschäftspartnern zu präsentieren und sie anderen Dritten für andere rechtmäßige Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Hier wird also klargestellt, dass Verhaltensweisen an andere Geschäftspartnern geteilt werden. Ein ganzes Benutzerprofil wird also angelegt, wo deine Aktivitäten drinstehen. Besonders für Werbung ist das sehr gut geeignet, um bestimmte »Vorlieben« zu teilen.

Die Datenschutzerklärug beschreibt außerdem, wo genau die Daten gespeichert oder gesammelt werden. Besonders wenn man auf den Datenschutz achtet, ist das ein wichtiges Indiz dafür, wie mit den Daten umgegangen wird, da in vielen Ländern unterschiedliche Gesetze herrschen.

Das Unternehmen hat seinen Sitz in den Vereinigten Staaten. Unabhängig von Ihrem Standort stimmen Sie der Verarbeitung und Weitergabe Ihrer Daten in den USA und anderen Ländern zu. Die Datenschutzgesetze in den USA und in anderen Ländern können im Hinblick auf Sicherheit und Umfang von denen Ihres Landes abweichen.

Die Server stehen also in den USA, was ein Nachteil der Datensicherheit darstellen könnte. Bekanntlicherweise sind die Gesetze in punkto Datenschutz nicht allzu streng. Deshalb können gesammelte Daten leichter behandelt werden.

Alternativen

Eine direkte, datenschutzfreundliche Alternative zu Discord gibt es leider nicht. Trotzdem kannst du sehr gut mit anderen Messengern, wie Element oder Telegram eine Community aufbauen. Denn diese sind hierfür sicherlich eine gute und datensichere Wahl. Zu Element, Telegram und weiteren Messengern haben wir bereits einen Artikel im Januar veröffentlicht.

Fazit

Du siehst also, dass Discord sehr viele Daten über dich sammelt, und diese auch auswertet und weitergibt. Von dem Funktionsumfang aus gesehen ist Discord eine sehr gute Wahl, trotzdem sollte man eventuell aus Datenschutzgründen eher etwas anderes zum chatten nutzen. Besonders wenn du Discord für private Angelegenheiten (wie das Austauschen des Wohnortes) verwendest, ist das auf jeden Fall keine gute Methode der Kommunikation. Allein die fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, oder Verschlüsselung der Nachrichten auf den Servern, sollte ein klarer Grund gegen eine private Nutzung sein.

Quellen: