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WhatsApp ändert seine Nutzungsbedingungen – Diese Alternativen gibt es

WhatsApp ändert seine Nutzungsbedingungen – Diese Alternativen gibt es

WhatsApp ändert seine Nutzungsbedingungen am 8. Februar. Unter anderem muss der Nutzer dem Datenaustausch mit Facebook zustimmen. Für viele heißt es jetzt, einen neuen Messenger zu finden. Welche Alternativen es gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Update 16.01.2020: Facebook hat auf die starke Kritik seitens der Nutzer reagiert und die Änderungen auf den 15. Mai verschoben. Wir empfehlen trotzdem einen Wechsel auf einen sicheren Messenger. Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/whatsapp-datenschutz-verschiebung-101.html

Was sind die Änderungen der Nutzungsbedingungen?

Mit dem Akzeptieren der neuen Nutzungsbedingungen akzeptierst du, dass bestimmte Daten mit Dritten ausgetauscht werden. Dazu gehören beispielsweise deine Kontakte, Profilbilder und wie du die App nutzt. Diese sollen angeblich zur »Verbesserung der Dienste« beitragen.

Wenn der Nutzer diesen Nutzungsbedingungen nicht zustimmt, wird das Benutzerkonto nach 120 Tagen automatisch entfernt. Viele sehen diese Änderungen kritisch, und sehen sich jetzt nach Alternativen um. Mit diesem Artikel wollen wir, wie schon erwähnt, eine Übersicht bieten, welche Messenger du als sichere Alternative zu WhatsApp nutzen kannst.

Welche Voraussetzungen sollte ein sicherer und guter Messenger erfüllen ?

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (e2ee)
  • Offener Quellcode der Client- und Serveranwendungen (FOSS)
  • Gemeinnütziges Projekt (non-profit)
  • Dezentrale Serverstruktur
  • Regelmäßige Updates um sicherzustellen, dass der Messenger die neuesten Sicherheitsfunktionen erfüllt
  • Ständige Verfügbarkeit der Server

Die Alternativen

Signal

Signal ist ein sehr beliebter Instant-Messenger, der besonders auf Sicherheit & Datenschutz achtet. Signal funktioniert ähnlich wie WhatsApp, und bietet fast die selben Funktionen. Für die Registrierung brauchst du jedoch eine Telefonnummer und ein Smartphone.

Vorteile

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Open-Source (offener Quellcode)
  • Datenschutz-orientierter Messenger
  • Benutzerfreundliche Oberfläche

Nachteile

  • Telefonnummer zur Registrierung erforderlich
  • Smartphone zur Einrichtung benötigt
  • Unternehmensbasis und Server in den USA

Telegram

Telegram ist ein populärer, aus Russland stammender Messenger, der auf Benutzerfreundlichkeit setzt. Die Vielfalt von Telegram ist sehr groß: Es gibt sehr viele Anpassungsmöglichkeiten, was das Design betrifft. Des weiteren gibt es unterschiedliche Client-Anwendungen von Drittanbietern, die als Ersatz für die originale App verwendet werden können; ein Beispiel dazu ist der Plus Messenger.

Besonders für Gruppenchats ist Telegram durch weitragende Moderationsmöglichkeiten und Bot-Unterstützung sehr gut geeignet.

Vorteile

  • Viele Anpassungsmöglichkeiten
  • Dateiversand bis zu 2 GB
  • Einsatz als eigener Datenspeicher möglich
  • Bis zu 200.000 Mitglieder in Gruppen mit Audio- und Videokonferenzen
  • Keine Kooperation mit Strafverfolgungsbehörden (fast gar keine Zensur)
  • Telegram-Kanäle, womit man seine Follower über neueste Ereignisse informieren kann (ähnliche Funktionsweise wie Twitter)
  • Möglichkeit, Telegram Bots zu Programmieren via Telegram API
  • Video- und Audio-Nachrichten
  • Viele Sticker verfügbar
  • große Community

Nachteile

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nur in “Geheimen Chats”
  • Proprietärer Server (nur der Client ist auf GitHub verfügbar)
  • Link-Vorschauen werden mittels Proxy geladen
  • Keine Status-Funktion wie bei WhatsApp

Element

Das Logo von Element

Element ist ein Messenger, der auf dem freien Matrix-Protokoll basiert. Durch dessen überragende Sicherheit wird Element z.B. von der Französischen Regierung oder von der Bundeswehr zur internen Kommunikation eingesetzt. Element / Matrix bietet unendliche Konfigurationsmöglichkeiten, sodass man seine eigene Instanz auf seinem Server bereitstellen kann. Element wird von vielen Experten empfohlen, wegen den Einzigartigen Sicherheitsfeatures.

Vorteile

  • Dezentrale Serverstruktur
  • Gesamter Quellcode auf GitHub verfügbar
  • Gruppen mit unbegrenzter Mitgliederanzahl
  • Communitys
  • benutzerdefinierter Raum-Name
  • Zugriffsmöglichkeit über den Webbrwser
  • Möglichkeit eine eigene Instanz aufzusetzen
  • Einbindung benutzerdefinierter Widgets wie z. B. Videokonferenzen über die hauseigene Jitsi-Instanz
  • Unterstützung für Clients von Drittanbietern

Nachteile

  • mache Funktionen sind nicht für Einsteiger geeignet
  • Noch in Entwicklung → mögliche Bugs
  • Dateiunterstützung bis nur 100 MB

Session

Das Logo von Session

Session ist ein relativ neuer Messenger, der mit dem dezentralen Tor-Netzwerk arbeitet, und somit sehr sicher ist, da er nicht auf einer zentralen Serverstruktur basiert. Die stets Ende-zu-Ende verschlüsselten Nachrichten werden über mehrere Server in unterschiedlichen Ländern geleitet. Dadurch können Metadaten wie die IP-Adresse, Gerätespezifikationen, Standort u. ä. nicht nachverfolgt werden. Session setzt statt einem Benutzernamen, den man sich selber aussuchen kann, eine sogenannte Session ID ein, welche aus einer Folge an Zahlen und Buchstaben besteht und nicht vom Nutzer geändert werden kann.

Beispiel einer Session ID

Um eine Person zu den Session-Kontakten hinzuzufügen, kopiert man einfach diese ID und fügt sie in Session ein.

Somit gibt es keine Bindung an einen Namen, eine Telefonnummer, die E-Mail Adresse oder ähnliches.

Vorteile

  • bestmögliche Sicherheit und Privatsphäre
  • sehr einfache Bedienung
  • OpenSource
  • Verschwindende Nachrichten
  • Notizfunktion
  • Möglichkeit eine öffentliche Gruppe auf einem eigenen Server zu hosten

Nachteile

  • Keine Synchronisation zwischen mehreren Geräten
  • Session ID, die man sich nicht merken kann
  • keine Möglichkeit andere anzurufen
  • Anwendungen noch in aktiver Entwicklung → fehlende Funktionen

Fazit

Es gibt sehr viele Alternativen zu WhatsApp. Welche du am Ende nimmst, ist jedoch deine Entscheidung. Wenn dir Sicherheit und Privatsphäre am Herz liegen, solltest du es mal mit Element oder Session probieren. Wenn du eher ein Einsteiger bist, könnte Signal oder Telegram der Messenger deiner Wahl werden. Entscheidend ist nur eins: Wenn dir Sicherheit und Schutz deiner Daten wichtig ist, lass die Finger von WhatsApp 😉 .